Prozessoptimierung & Einkauf: Wo Unternehmen wirklich Geld verlieren – und warum Prozess- und Einkaufsthemen zusammengehören
- Adrian Kempf
- 12. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen

Die Grafik macht deutlich: Nur wenn Informationsfluss, Warenfluss und Wertefluss aufeinander abgestimmt sind, entsteht nachhaltiger wirtschaftlicher Mehrwert.
Ein strategisch ausgerichteter Einkauf, klare Prozesse und eine integrierte Supply-Chain-Steuerung sorgen dafür, dass:
Informationen rechtzeitig und korrekt vorliegen,
Waren bedarfsgerecht und effizient fliessen,
Kapital gezielt eingesetzt und nicht unnötig gebunden wird.
Gerade in Schweizer Unternehmen mit hohen Kostenstrukturen liegt hier ein entscheidender Hebel zur Verbesserung von Effizienz, Versorgungssicherheit und ROI.
Prozessoptimierung & Einkauf (siehe auch Beitrag 1): Viele Unternehmen in der Schweiz stehen unter erheblichem Kostendruck. Die naheliegende Reaktion: Preise verhandeln, Budgets kürzen, Investitionen verschieben. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass die grössten finanziellen Verluste nicht bei den offensichtlichen Kosten entstehen, sondern in ineffizienten Abläufen, unklaren Schnittstellen und schlecht abgestimmten Einkaufs- und Prozessstrukturen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Einkauf in vielen Organisationen nach wie vor überwiegend operativ ausgerichtet ist und das notwendige strategische Know-how fehlt. Dadurch werden zentrale Werttreiber nicht systematisch adressiert und vorhandene Einsparpotenziale bleiben ungenutzt.
Die häufigsten versteckten Kostenquellen
In unseren Projekten begegnen uns immer wieder dieselben Muster, unabhängig von Branche oder Unternehmensgrösse:
1. Lange Durchlaufzeiten, Verzögerungen in der Auftragsabwicklung binden Kapital, erhöhen Bestände und verschlechtern die Lieferperformance.
2. Hohe Lagerbestände, Unklare Planungsprozesse und fehlende Transparenz führen zu Sicherheitsbeständen, die Liquidität blockieren.
3. Nacharbeit und Qualitätsprobleme, Unsaubere Prozesse verursachen zusätzliche Kosten, die selten systematisch erfasst werden.
4. Schwache Lieferantenperformance, Verspätete Lieferungen, Qualitätsabweichungen oder fehlende Flexibilität erhöhen den internen Koordinationsaufwand.
5. Fehlende Transparenz im Working Capital, Bestände, Forderungen und Verbindlichkeiten werden isoliert betrachtet, statt als zusammenhängendes System.
Diese Kosten sind real, tauchen jedoch oft nicht direkt in der Erfolgsrechnung auf.
Warum Einzelmassnahmen häufig ins Leere laufen
Viele Unternehmen versuchen, diese Probleme isoliert zu lösen:
Der Einkauf fokussiert auf Preisverhandlungen.
Die Organisation optimiert einzelne Prozesse.
Die Supply Chain reagiert operativ auf Engpässe.
Das Ergebnis: lokale Verbesserungen ohne nachhaltige Gesamtwirkung. Warum? Weil Prozesse, Einkauf und Supply Chain untrennbar miteinander verbunden sind.
Ein günstiger Preis hilft wenig, wenn Prozesse ineffizient sind. Optimierte Abläufe verpuffen, wenn die Beschaffung nicht mitzieht.
Prozessoptimierung & Einkauf als integrierter Ansatz:
Nachhaltige Effizienz entsteht dort, wo Prozessmanagement, Beschaffung und Supply Chain Management als Einheit betrachtet werden.
Ein integrierter Ansatz ermöglicht:
Transparenz über finanzielle und operative Werttreiber
Klare Priorisierung von Massnahmen mit messbarem ROI
Verbesserte Steuerung von Kosten, Beständen und Lieferfähigkeit
Gerade für Schweizer KMU mit hohen Fixkosten ist dieser ganzheitliche Blick entscheidend.
Was das für Unternehmen konkret bedeutet
Unternehmen, die Prozess- und Einkaufsthemen gemeinsam angehen, profitieren mehrfach:
Reduktion von Prozess- und Beschaffungskosten
Freisetzung von Liquidität durch Bestandsoptimierung
Stabilere Lieferketten
Bessere Entscheidungsgrundlagen für Management und Einkauf
Der Mehrwert entsteht nicht durch einzelne Massnahmen, sondern durch systematisches Zusammenspiel.
Fazit: Die grössten Hebel liegen zwischen den Disziplinen
Wer Kosten senken und die Leistungsfähigkeit steigern will, sollte nicht nur einzelne Stellschrauben drehen. Die entscheidenden Hebel liegen zwischen Prozessen, Einkauf und Supply Chain.
Ein integrierter Ansatz schafft Transparenz, reduziert versteckte Kosten und ermöglicht nachhaltige Verbesserungen, operativ wie finanziell.


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